Invasive Art · bitte melden
Asiatische Hornisse
Vespa velutina, in Europa die Form nigrithorax
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde nach Europa eingeschleppt und breitet sich seit einigen Jahren auch im Rheinland aus. Als Ansprechpartner des NABU Rhein-Erft für Wespen und Hornissen habe ich besondere Sachkunde bei der Asiatischen Hornisse: Ich bestimme Tiere und Nester kostenlos und beseitige Nester der Asiatischen Hornisse fachgerecht.

So unterscheiden Sie sie von der Europäischen Hornisse

Foto: Charles J. Sharp, Lizenz CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Foto: Frank Vassen, Lizenz CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Foto: Didier Descouens, Lizenz CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Foto: Niek Willems, Lizenz CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
| Merkmal | Asiatische Hornisse | Europäische Hornisse |
|---|---|---|
| Farbe | überwiegend braunschwarz | viel Rotbraun und Gelb |
| Beine | Enden gelb | rotbraun |
| Hinterleib | dunkel mit einem orange-gelben Band | vergleichbar mit einer Wespe: mehrere gelbe Binden |
| Größe | etwas kleiner | etwas größer |
| Aktivität | nur am Tag | auch nachts, fliegt an Licht |
| Nest | Primärnest im Frühjahr klein und niedrig (Hecke, Schuppen); Sekundärnest ab Sommer groß, meist hoch im Baum, Einflugloch seitlich | meist in Hohlräumen (Baumhöhle, Nistkasten, Dachboden), unten offen |
| Schutz | nicht geschützt (invasiv) | besonders geschützt |
Wichtig: Die Europäische Hornisse ist besonders geschützt. Vor jeder Maßnahme muss die Art deshalb sicher bestimmt sein. Verwechselt werden Asiatische Hornissen außerdem mit Schwebfliegen und anderen Insekten.
Zwei Nesttypen: Primärnest und Sekundärnest
Die Asiatische Hornisse baut in einem Jahr zwei verschiedene Nester. Beide unterscheiden sich stark in Größe, Ort und Zeitpunkt. Das erklärt, warum man im Frühjahr nach anderen Stellen suchen muss als im Herbst.
Primärnest
- Wann: Mitte März bis etwa Mitte Juni
- Wer baut: die Königin allein, zuerst als Gründungsnest (Embryonalnest) in Golf- bis Tennisballgröße
- Wo: niedrig und geschützt, meist unter 2 bis 3 m: Gartenhütten, Schuppen, Carports, Dachvorsprünge, Hecken, Nistkästen
- Größe: wächst bis etwa handball- oder melonengroß (rund 25 cm)
- Volk: ab Mai/Juni schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, später einige hundert Tiere
Sekundärnest (Filialnest)
- Wann: ab Mitte Juni, meist Juni bis Juli, bis in den Herbst
- Wer baut: die Arbeiterinnen, wenn das Primärnest zu klein wird. Das Volk zieht um.
- Wo: meist in der Nähe des Primärnests (etwa 20 bis 100 m), oft über 10 m hoch in Baumkronen, seltener an Gebäuden
- Größe: bis etwa 80 bis 100 cm hoch und 50 bis 80 cm breit, kokonartig, unten geschlossen, Einflugloch seitlich
- Volk: bis etwa 1.000 bis 2.000 Tiere gleichzeitig, über die Saison mehrere Tausend; bis zu 10.000 Brutzellen
Das Nestjahr im Überblick
| Zeitraum | Was passiert | Nest | Wo und wie groß |
|---|---|---|---|
| Mitte März bis April | Überwinterte Königin erwacht und gründet allein ein Nest | Gründungsnest (Embryonalnest) | golf- bis tennisballgroß, niedrig und geschützt |
| April bis Mitte Juni | Königin zieht die erste Brut auf, ab Mai/Juni schlüpfen Arbeiterinnen | Primärnest | wächst bis etwa handball- oder melonengroß, meist unter 2 bis 3 m |
| Mitte Juni bis Juli (teils bis August) | Das Volk zieht in einen Neubau um | Sekundärnest (im Bau) | meist 20 bis 100 m vom Primärnest entfernt, oft über 10 m hoch |
| Juli bis Oktober | Volk wächst stark, jagt vor allem Honigbienen | Sekundärnest | bis etwa 1 m hoch, Einflugloch seitlich |
| September bis November | Neue Königinnen und Männchen schlüpfen und fliegen zur Paarung aus, danach stirbt das alte Volk | Sekundärnest | jetzt am größten und am besten besetzt |
| Oktober bis Dezember | Bei mildem Wetter sind Tiere noch bis weit in den Dezember aktiv | Sekundärnest | nach dem Laubfall gut sichtbar; wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen |
Die Zeiträume hängen von Wetter und Region ab und können sich um einige Wochen verschieben. Sie beruhen auf Angaben der LUBW Baden-Württemberg, von velutina-saar.de, vom NABU und von hornissen.de. Rund 90 % der Sekundärnester hängen hoch in Bäumen, etwa 10 % an Gebäuden.
Für die Suche heißt das: Von April bis Juni lohnt der Blick in Schuppen, Carports, Hecken und unter Dachvorsprünge. Ab Juli gehört der Blick nach oben in die Baumkronen, besonders im Spätsommer und nach dem Laubfall.
Asiatische Hornisse und Honigbienen
Honigbienen können einen großen Teil ihrer Beute ausmachen. Einzelne Hornissen fangen die Bienen im Schwebeflug vor dem Bienenstock ab. Berichte über „hunderte Hornissen am Stock“ sind allerdings stark übertrieben. Als Imker empfehle ich:
- Fluglochgitter mit einer Öffnung von höchstens 5–5,5 mm
- Zweige oder Büsche vor dem Flugloch, die den Jagdflug behindern
- Verdächtige Beobachtungen am Bienenstand fotografieren und mir schicken
Ist sie gefährlich für Menschen?
Ein Stich der Asiatischen Hornisse ist nach heutigem Kenntnisstand mit dem der Europäischen Hornisse vergleichbar. Wie bei allen Wespen und Hornissen gilt aber: Direkt am Nest verteidigen die Tiere ihr Volk – deshalb Abstand halten und nicht selbst eingreifen.
Bitte keine Fallen aufstellen!
Selbstgebaute Flaschen- oder Trichterfallen fangen fast nur andere Insekten – darunter auch die geschützte Europäische Hornisse. In einer Untersuchung waren nur rund 1 % der gefangenen Tiere Asiatische Hornissen. Solche Fallen richten mehr Schaden an, als sie nützen.
Verbreitung
In Europa wurde die Asiatische Hornisse erstmals 2004 bei Bordeaux in Frankreich gefunden. Von dort hat sie sich weit ausgebreitet. In Deutschland tritt sie vor allem entlang des Rheins auf – inzwischen auch bei uns im Rhein-Erft-Kreis (175 gemeldete Nester 2026, davon 40 in Pulheim, Stand 12.10.2026; Zahlen je Gemeinde) und im Rhein-Kreis Neuss.
Rechtlicher Status
Die Asiatische Hornisse steht seit 2016 auf der EU-Liste der invasiven gebietsfremden Arten (Verordnung (EU) Nr. 1143/2014). Sie ist nicht geschützt. Ihre Nester dürfen fachgerecht beseitigt werden. Funde können Sie gerne bei mir melden oder selbst im Neobiota-Portal NRW eintragen. Im Fall einer Beseitigung übernehme ich die Meldung und Dokumentation.
Was tun bei Verdacht?
- Abstand halten – nicht mit Stangen, Wasser, Spray oder Feuer gegen das Nest vorgehen.
- Tier oder Nest fotografieren, möglichst scharf und aus der Nähe (Tiere) bzw. mit Umgebung (Nest).
- Fotos per WhatsApp an mich schicken – die Bestimmung ist kostenlos.
- Bestätigte Nester beseitige ich fachgerecht – inklusive Meldung und Dokumentation. Die Kosten richten sich nach Aufwand und Lage – nach einer Ersteinschätzung kann ich Ihnen die Kosten nennen.
Häufige Fragen zur Asiatischen Hornisse
Das sind die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden – kurz beantwortet.
Ist die Asiatische Hornisse schon bei uns?
Ja. In Deutschland wurde sie 2014 erstmals nachgewiesen (Waghäusel bei Karlsruhe), in Nordrhein-Westfalen ist sie seit 2020 bestätigt. Seit dem Frühjahr 2025 gilt sie bundesweit als „weit verbreitet“ und damit als etabliert. Im Rhein-Erft-Kreis sind 2026 bisher 175 Nester gemeldet, davon 40 in Pulheim (Stand 12.10.2026). Die aktuellen Zahlen je Gemeinde finden Sie auf einer eigenen Seite. Auch im Rhein-Kreis Neuss kommt sie vor. Fundpunkte zeigt das Neobiota-Portal NRW.
Wie kommt die Asiatische Hornisse nach Deutschland?
Nach Europa gelangte sie 2004 vermutlich mit einer Warenlieferung aus China nach Südwestfrankreich (Raum Bordeaux). Wahrscheinlich war es eine einzelne überwinterte Königin. Von dort hat sie sich über Frankreich ausgebreitet und erreichte 2014 Deutschland. Hier besiedelt sie vor allem die Region entlang des Rheins und breitet sich von dort weiter aus.
Ist die Asiatische Hornisse gefährlich? Was passiert bei einem Stich?
Ein Stich ist schmerzhaft, die Stelle schwillt an, rötet sich und juckt. Für gesunde Menschen ist ein einzelner Stich nicht lebensgefährlich. Gefährlich werden können Stiche bei einer Insektengiftallergie und wenn man ein Nest stört und von vielen Tieren gleichzeitig gestochen wird. Der Spruch „drei Stiche töten einen Menschen“ ist ein Mythos. Todesfälle sind sehr selten und betreffen fast immer Allergiker oder Menschen, die ein Nest gestört haben (Berichte aus Frankreich).
Erste Hilfe: Stelle kühlen. Bei Atemnot, Schwellung von Gesicht, Zunge oder Hals, Schwindel, Übelkeit oder wenn Sie im Mund oder Rachen gestochen wurden, sofort den Notruf 112 wählen.
Ist die Asiatische Hornisse aggressiv?
Fern vom Nest sind die Tiere nicht angriffslustig, sondern eher scheu. Sie verteidigen allerdings ihr Nest, besonders bei Erschütterungen, Lärm und hektischen Bewegungen in der Nähe. Deshalb passieren Stiche meist beim Heckenschneiden, Rasenmähen oder Baumfällen unter einem unbemerkten Nest. Halten Sie mindestens 5 Meter Abstand. Berichte über eine besondere Aggressivität sind mit Vorsicht zu sehen.
Soll man die Asiatische Hornisse töten oder das Nest selbst entfernen?
Nein, bitte nicht selbst. Dafür gibt es drei Gründe:
- Verwechslungsgefahr: Die Europäische Hornisse ist besonders geschützt. Wer sie tötet oder ihr Nest zerstört, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.
- Gefahr für Sie: Ohne Schutzausrüstung und Erfahrung ist die Entnahme eines Nestes gefährlich, ein Sekundärnest hängt dazu meist hoch im Baum.
- Wirkung: Einzelne Tiere zu erschlagen oder Fallen aufzustellen bringt nichts. Wirksam ist nur die fachgerechte Entnahme des Nestes, am besten schon als Primärnest im Frühjahr.
Ich bestimme das Tier zuerst sicher. Ist es die Asiatische Hornisse, beseitige ich das Nest fachgerecht.
Wo melde ich die Asiatische Hornisse?
Am einfachsten direkt bei mir über das Meldeformular oder per WhatsApp mit Foto. Ich bestimme das Tier kostenlos und übernehme im Fall einer Beseitigung die Meldung und Dokumentation. Sie können Funde auch selbst im Neobiota-Portal NRW eintragen. Dort sind der Standort und ein Foto oder Video als Beleg nötig.
Warum soll man die Asiatische Hornisse melden?
Jede Meldung zeigt, wo die Art vorkommt. Wird ein Nest früh gefunden, lässt sich das Volk entfernen, bevor es groß wird. Entnimmt man die Primärnester im Frühjahr, entstehen im Sommer keine Sekundärnester und im Herbst fliegen keine neuen Königinnen aus, die das nächste Jahr gründen. So schützt man auch Honigbienen und andere Insekten. Die Behörden bitten deshalb ausdrücklich um Meldungen.
Wer bezahlt die Beseitigung?
Im Regelfall sind die Eigentümer des Hauses oder Grundstücks, auf dem das Nest sitzt, die Auftraggeber und tragen die Kosten. Bestimmung und Beratung sind bei mir kostenlos. Nach einer Ersteinschätzung per Foto kann ich Ihnen die Kosten nennen.
Wo baut die Asiatische Hornisse ihr Nest?
Im Frühjahr niedrig und geschützt (Schuppen, Carport, Hecke, Dachvorsprung), ab Sommer meist frei hoch in Baumkronen. Alles dazu steht im Abschnitt Zwei Nesttypen: Primärnest und Sekundärnest.
Wann stirbt die Asiatische Hornisse?
Das Volk stirbt im Spätherbst und Winter, bei milder Witterung teils erst im Dezember. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern einzeln in geschützten Verstecken (Totholz, Spalten, Laub, Erde) und gründen im nächsten Frühjahr neue Nester. Das alte Nest wird nicht wieder bezogen.
Was lockt Asiatische Hornissen an, was hält sie fern?
Sie jagen Insekten, besonders Honigbienen vor dem Bienenstock, Fliegen und Wespen. Im Spätsommer und Herbst gehen sie auch an reifes Obst, Fallobst und süße Getränke. Für Hausmittel wie Lavendel, Kaffeepulver oder Räucherwerk gibt es keine belastbaren Belege. Hilfreich ist: Fallobst aufsammeln, Süßes abdecken und am Nest Ruhe und Abstand halten.
Gibt es natürliche Feinde?
Bisher gibt es in Europa keinen wirksamen natürlichen Gegenspieler. In Frankreich wurde eine Fliegenart beobachtet, deren Larven Königinnen parasitieren. Als Bekämpfung taugt das bisher nicht.
Können sich Hornissen Gesichter merken?
Immer wieder wird behauptet, Hornissen würden menschliche Gesichter wiedererkennen. Eine Studie dazu kenne ich nicht. Wissenschaftlich belegt ist Gesichtserkennung bei einer nordamerikanischen Feldwespenart (Polistes fuscatus), die sich die Gesichter ihrer Nestgenossinnen merkt. Honigbienen können im Versuch lernen, Gesichter zu unterscheiden. Für Hornissen gibt es bisher keine solchen Belege.
Meine Erfahrung aus der Praxis: Bei Feldwespen der Gattung Polistes habe ich in Deutschland selbst erlebt, dass sich die Tiere bei ständiger Störung ein Gesicht gemerkt haben. Das legt es nahe, dass auch andere soziale Wespen Gesichter wiedererkennen, auch wenn es für Hornissen noch nicht wissenschaftlich untersucht ist. Die Asiatische Hornisse kann manchmal auch zur Verteidigung Gift spritzen, im Extremfall in Richtung der Augen. Deshalb trage ich bei jeder Nestbeseitigung einen Vollschutzanzug mit Visier und Schutzbrille.
Gelangt Gift ins Auge, spülen Sie es sofort gründlich mit klarem Wasser aus und gehen Sie zum Augenarzt. Wer Abstand hält und das Nest in Ruhe lässt, wird nicht verfolgt.
Weiterführende Informationen
Ausführliche Informationen zur Asiatischen Hornisse bietet Dipl.-Biol. Rolf Witt auf hornissen.de. Zahlen zu Volksgröße und Fallenfang auf dieser Seite stammen von dort, die Zeiträume der Nesttypen aus den oben genannten Quellen.
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Nest oder Tier gesehen?
Schicken Sie mir Fotos per WhatsApp oder melden Sie ein Nest direkt über das Formular. Bestätigte Nester der Asiatischen Hornisse beseitige ich fachgerecht.